
- Warum die Frage nach der Lizenz alles andere als akademisch ist
- Was das Geldspielgesetz für Online-Sportwetten in der Schweiz regelt
- Die ESBK-Sperrliste mit über 2.000 Einträgen — wie sie funktioniert
- Was Schweizer Spieler riskieren, wenn sie bei nicht lizenzierten Anbietern wetten
- Wann werden Eishockey-Wettgewinne in der Schweiz steuerpflichtig?
Warum die Frage nach der Lizenz alles andere als akademisch ist
Die Frage „Ist dieser Wettanbieter in der Schweiz legal?“ klingt nach einem bürokratischen Detail — bis sie zur echten Frage wird: „Werde ich meinen Gewinn ausgezahlt bekommen?“ Ich habe Schweizer Sportwetter getroffen, die jahrelang bei internationalen Plattformen wetteten, ohne zu wissen, dass diese Anbieter nach Schweizer Recht für Online-Sportwetten nicht lizenziert sind. Das Risiko, das sie eingingen, war real — auch wenn es nie eskaliert ist.
Die ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) betrieb per Ende 2024 eine Sperrliste mit 2.093 Einträgen von nicht lizenzierten Online-Glückspielangeboten — ein Anstieg von 601 Einträgen (+40 %) gegenüber Ende 2023, wie der ESBK-Tätigkeitsbericht 2024 (Medienmitteilung 25. Juni 2025, esbk.admin.ch) dokumentiert. Diese Zahl zeigt: Der Schweizer Regulierungsapparat ist aktiv — und die Plattformenlandschaft, auf der Schweizer Spieler ohne gesetzlichen Schutz operieren, ist gross.

Diese Einführung ist kein Argument für oder gegen bestimmte Anbieter, sondern eine Einladung zur informierten Entscheidung. Wer versteht, was eine Schweizer Sportwetten-Lizenz bedeutet und was ihre Abwesenheit konkret impliziert, kann selbst abwägen.
Was das Geldspielgesetz für Online-Sportwetten in der Schweiz regelt
Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) — das Geldspielgesetz — trat am 1. Januar 2019 in Kraft und wurde mit rund 73 % Volkszustimmung angenommen. Es unterscheidet zwischen Kleinspielen (lokal, nicht automatisiert, intrakantonale Gültigkeit) und Grossspielen — zu denen Online-Sportwetten explizit gehören, da sie automatisiert und interkantonale Bedeutung haben.
Für Sportwetten im Online-Bereich bedeutet das eine klare Konsequenz: Nur Swisslos (zuständig für die Deutschschweiz und das Tessin) und Loterie Romande (zuständig für die Westschweiz) dürfen in der Schweiz online oder interkantonale Sportwetten anbieten. Live-Wetten (In-Play-Wetten nach Anpfiff) sind dabei ausdrücklich erlaubt — der offizielle FAQ des Bundesamts für Justiz auf sem.admin.ch bestätigt: „Auch ‚Live-Wetten‘ sind erlaubt.“ Das Monopol gilt aber nur für die legalen Anbieter, nicht für internationale Plattformen, die es umgehen.

Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht, formuliert es ohne Umschweife auf ihrer Website: „Wenn ausländische Anbieter in der Schweiz Wetten anbieten, ist dies also in jedem Fall illegal.“ Das betrifft international lizenzierte Plattformen mit Curaçao-, Malta- oder Gibraltar-Lizenz gleichermassen — keine dieser Lizenzen stellt eine Swiss-BGS-Sportwettenlizenz dar.

Die ESBK-Sperrliste mit über 2.000 Einträgen — wie sie funktioniert
Die ESBK führt eine öffentliche Sperrliste (Sperrliste) von nicht lizenzierten Online-Glücksspielangeboten. Laut ESBK-Tätigkeitsbericht 2024 enthielt diese Liste per 31. Dezember 2024 genau 2.093 Einträge — 40 % mehr als zwölf Monate zuvor. Das ist kein symbolisches Instrument: Schweizer Internet-Provider sind gesetzlich verpflichtet, die DNS-Sperrung dieser Domains umzusetzen.
Der Mechanismus ist transparent geregelt, wie die ESBK auf ihrer FAQ-Seite (esbk.admin.ch) und das Bundesamt für Justiz auf sem.admin.ch erläutern: Die Sperrliste wird viermal jährlich aktualisiert, jede neue Blockierungsverfügung wird zunächst im Bundesblatt veröffentlicht, und betroffene Betreiber haben ein Einspruchsrecht. Schweizer Provider sind nach dieser Publikation verpflichtet, den DNS-Block technisch umzusetzen.

Technisch kann die DNS-Sperre über alternative DNS-Server oder VPN umgangen werden — die ESBK hat erklärt, dass die Verhinderung solcher Umgehungen nicht Teil ihres gesetzlichen Mandats ist. Das bedeutet aber nicht, dass die Nutzung gesperrter Plattformen folgenlos ist — die Risiken, die dabei entstehen, sind nicht technischer, sondern rechtlicher und praktischer Natur.
Was Schweizer Spieler riskieren, wenn sie bei nicht lizenzierten Anbietern wetten
Wer eine nicht lizenzierte Eishockey-Wettplattform nutzt, riskiert mehr, als viele annehmen — aber weniger, als manche befürchten. Das Bundesamt für Justiz ist präzise: Für Schweizer Spieler ist die Nutzung nicht lizenzierter Online-Glücksspielangebote nicht strafbar. Es handelt sich um eine administrative, nicht strafrechtliche Angelegenheit auf Spielerseite.
Die realen Risiken sind dennoch substanziell. Erstens: Kein Spielerschutz nach BGS. Das bedeutet konkret — kein Sozialkonzept, keine Garantie einer Spielsperre, kein Zugang zur Schweizer nationalen Spielersperre nach Artikel 80 BGS. Zweitens: Keine garantierte Auszahlung. Bei einem Streit über einen Gewinn hat ein Schweizer Spieler bei einer nicht lizenzierten Plattform keine effektive Rechtsgrundlage für eine Klage in der Schweiz. Drittens: Mögliche Verstrickung in Strafverfolgungsverfahren gegen den Betreiber — nicht als Beschuldigter, aber als Zeuge oder betroffener Vertragspartner.

Nach Angaben von sem.admin.ch „gehen [solche Spieler] das Risiko ein“ — das ist keine Warnung ins Leere, sondern eine rechtlich relevante Aussage der zuständigen Bundesbehörde. Detaillierte Informationen zur Spielsperre und ihrer Funktionsweise finden sich im Artikel zur Spielsperre bei Eishockey Wetten in der Schweiz. Wer die Anbieter im direkten Vergleich prüfen möchte, findet im Eishockey Wettanbieter Schweiz Vergleich alle relevanten Informationen zu Lizenzstatus und Konditionen.
Wann werden Eishockey-Wettgewinne in der Schweiz steuerpflichtig?
Die Steuerfrage ist eine der am häufigsten falsch dargestellten Aspekte rund um Sportwetten in der Schweiz. Die weit verbreitete Annahme, dass Wettgewinne in der Schweiz generell steuerfrei sind, ist ungenau. Das Bundesamt für Justiz klärt auf sem.admin.ch: Gewinne aus Online-Casinos, Lotterien und Sportwetten müssen als Einkommen deklariert werden, wenn sie CHF 1 Million übersteigen. Für die grosse Mehrheit der Sportwetter mit realistischen Einsätzen ist diese Schwelle in der Praxis irrelevant — aber sie existiert.
Ein relevanter Sonderfall: Gewinne aus terrestrischen (stationären) Schweizer Casinos sind vollständig steuerbefreit. Diese Ausnahme gilt nicht für Online-Sportwetten — auch nicht für Gewinne bei Sporttip. Das ist eine oft übersehene Abgrenzung. Ergänzend zu den Steuerfragen sind die kantonalen Regelungen für lokale Sportwetten relevant: Laut Gespa-Jahresbericht und Statistik 2024 haben im Jahr 2024 vier Kantone insgesamt acht Bewilligungen für lokale (nicht-online) Sportwetten ausgestellt — diese Zahl entspricht der Anzahl im Vorjahr. Für Online-Sportwetten gilt das Bundesmonopol von Swisslos und Loterie Romande vollständig und kantonal einheitlich.

Wer mit Eishockey-Wetten substanzielle Gewinne erzielt, sollte frühzeitig die Steuerpflicht für Online-Wettgewinne mit einem Steuerberater klären. Die kantonale Praxis bei der Deklaration solcher Gewinne ist nicht einheitlich, und die korrekte Einordnung hängt von der Höhe des Gewinns und der gewählten Plattform ab.
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Verfasst vom Team von „livewettenei".